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Auch wenn die Wissenschaft die Zusammenhänge noch nicht enträtselt hat, weiß man, dass eine gesunde Darmflora der Schlüssel zu einer guten Gesundheit ist. Daher verraten wir Ihnen hier, was Sie vorbeugend tun können, um Ihre Darmflora aufzubauen und so Ihr Risiko für Parkinson zu reduzieren. Aber auch wenn Sie bereits Symptome der Erkrankung aufweisen, könnten Ihnen unsere Tipps dabei helfen, diesen entgegenzuwirken.
Morbus Parkinson ist eine neurodegenerative Erkrankung, bei der die Dopamin produzierenden (dopaminergen) Nervenzellen in der schwarzen Substanz (Substantia nigra) im Gehirn vorzeitig absterben. Dies zieht einen Dopaminmangel nach sich, der sich auf verschiedenen Ebenen bemerkbar macht. Neben dem für die Erkrankung typischen Zittern (Tremor), den verlangsamten Bewegungen (Bradykinese) und steifen Muskeln (Rigor) treten meist auch kognitive Probleme und emotionale Befindlichkeitsstörungen auf – Depression, Angst und eine nachlassende Konzentrationsfähigkeit zählen zu den verbreiteten nicht-motorischen Symptomen.
Die genauen Ursachen und Entstehungszusammenhänge sind noch nicht erforscht. Es kommen wahrscheinlich verschiedene Faktoren zusammen, die dazu führen, dass die neurodegenerative Erkrankung entsteht. Als Ursache haben Forscher:innen ein fehlgefaltetes Eiweiß, das sogenannte Alpha-Synuclein, ausfindig gemacht. Aus bislang unbekannten Gründen faltet sich dieses natürlich vorkommende Protein plötzlich falsch in den Dopamin-produzierenden Nervenzellen des Gehirns. Daraufhin verklumpt es über Jahre hinweg, reichert sich in den betroffenen Nervenzellen an und führt irgendwann zu deren vorzeitigem Tod. Dazu muss man wissen, dass die dopaminergen Nervenzellen natürlich nicht wieder nachwachsen. Sie sind für den Betroffenen ein für allemal verloren.
Folgende auslösende Faktoren spielen bei der Entstehung der Parkinson-Krankheit eine Rolle oder können eine Rolle spielen:
Gestörte Darmflora bei Parkinson-Patient:innen nachweisbar Laut DGN (Deutsche Gesellschaft für Neurologie) ernähren sich Parkinson-Patient:innen im Vorfeld ihrer Erkrankung oft nicht optimal. Sie essen vermehrt Zucker, Weißmehlprodukte und nehmen zu wenig ballaststoffhaltige Lebensmittel auf. Dies beeinflusst die Darmflora nachweislich negativ. Laut einer aktuellen US-Studie ging die Erhöhung ballaststoffhaltiger Lebensmittel in die Ernährung von teilnehmenden Parkinson-Patient:innen z. B. mit einer Vermehrung von guten Bakterien wie Butyricicoccus und Coprococcus einher. Diese guten Bakterien produzieren Butyrat (kurzkettige Fettsäure), nähren damit unsere Darmschleimhaut, stärken unsere Darmgesundheit und haben eine antientzündliche Wirkung im Körper. Unter erhöhter Zuckerzufuhr wurde beobachtet, wie diese antientzündlichen Bakterien abnahmen. Dafür stieg der Anteil entzündungs- und potenziell krankheitsfördernder Bakterien wie Klebsiellen an.
Laut DGN (Deutsche Gesellschaft für Neurologie) ernähren sich Parkinson-Patient:innen im Vorfeld ihrer Erkrankung oft nicht optimal. Sie essen vermehrt Zucker, Weißmehlprodukte und nehmen zu wenig ballaststoffhaltige Lebensmittel auf. Dies beeinflusst die Darmflora nachweislich negativ.
Laut einer aktuellen US-Studie ging die Erhöhung ballaststoffhaltiger Lebensmittel in die Ernährung von teilnehmenden Parkinson-Patient:innen z. B. mit einer Vermehrung von guten Bakterien wie Butyricicoccus und Coprococcus einher. Diese guten Bakterien produzieren Butyrat (kurzkettige Fettsäure), nähren damit unsere Darmschleimhaut, stärken unsere Darmgesundheit und haben eine antientzündliche Wirkung im Körper. Unter erhöhter Zuckerzufuhr wurde beobachtet, wie diese antientzündlichen Bakterien abnahmen. Dafür stieg der Anteil entzündungs- und potenziell krankheitsfördernder Bakterien wie Klebsiellen an.
Man weiß nicht nur sicher, dass das Darmmikrobiom bei Menschen mit Parkinson verändert ist, sondern auch, dass die Proteinverklumpungen bei vielen Parkinson-Patient:innen auch in den Nervenzellen des Darms vorkommen. Aus diesem Grund vermuten manche Wissenschaftler:innen, dass die eigentliche Ursache bei vielen Patient:innen nicht – wie bisher angenommen – im Gehirn, sondern im Darm liegt.
Es wäre möglich, dass die Alpha-Synuclein-Klumpen über die Darm-Hirn-Achse (z. B. den Vagusnerv) vom Darm aus ins Gehirn gelangen und dort ähnlich einem Virus die gesunden dopaminergen Nervenzellen der schwarzen Substanz im Mittelhirn “infizieren”. Dass sich die Nervenzellen im Gehirn im Verlauf der Jahre gegenseitig mit den fehlerhaften Proteinklumpen “anstecken” können, weiß die Forschung mittlerweile sicher. Bemerkbar macht sich Parkinson mit den typischen motorischen Symptomen erst, wenn um die 50 Prozent der Nervenzellen untergegangen sind. Das bedeutet auch, dass die Erkrankung schon viele Jahre vor diesen Symptomen begonnen hat, im Stillen. Sie schleicht sich langsam ins Leben der Betroffenen, oft mit diffusen Beschwerden wie Schlafstörungen oder Verstopfung.
Forscher:innen der Universitäten Wien und Konstanz arbeiten an Belegen für ihre Theorie, dass bestimmte Darmbakterien die Parkinson-Krankheit auslösen könnten. Sie vermuten, dass manche Bakterien der Gattung Enterobacter im Darm toxische Stoffwechselprodukte bilden, die die Fehlfaltung der Proteine in den dopaminergen Nervenzellen im Darm in Gang setzen und sie so mit der Zeit zum Absterben bringen. Diese Veränderung des Darms würde auch zu der Beobachtung passen, dass viele Parkinson-Patient:innen schon vor den motorischen Problemen Verdauungsstörungen entwickeln, allen voran Verstopfung aufgrund verminderter Darmbewegungen.
Vom Darm aus könnten diese Proteinklumpen dann ihren Weg ins Gehirn finden und hier einen ähnlichen Schaden an den Nervenzellen anrichten. Man hat festgestellt, dass Parkinson-Patient:innen tatsächlich eine deutlich größere Anzahl der Vertreter der Gattung Enterobacter (wie Klebsiella oder Escherichia) im Darm aufwiesen als gesunde Menschen mit einem ausgewogenen Mikrobiom. Einige von ihnen haben bei zu starker Vermehrung erwiesenermaßen krankheitsfördernde Wirkung.
Eine frühzeitige Diagnose von Parkinson, zum Beispiel anhand der oft schon früh auftretenden chronischen Verstopfung hätte den Vorteil, dass der Verlauf möglicherweise verlangsamt werden könnte, so Dr. Filip Scheperjans von der neurologischen Fakultät der Universitätsklinik in Helsinki/Finnland. Im Moment wird Parkinson in der Regel immer noch erst diagnostiziert, wenn das typische Zittern, die Bewegungsverlangsamung oder die Muskelsteifheit bereits vorhanden sind. Doch dann haben die Betroffenen bereits viele der Nervenzellen unwiederbringlich verloren, wodurch sich die Therapie schwieriger gestaltet.
Die zentrale Frage ist also: Wie lässt sich die Darmflora so stärken und aufbauen, dass sich das Risiko für Parkinson durch das Überwiegen potenziell krankheitsfördernder Bakterien minimieren lässt? Oder wenn die Erkrankung bereits besteht, dass die Symptome abgeschwächt werden können und das Fortschreiten verlangsamt werden kann?
Vieles wissen wir heute schon darüber, wie sich eine gestörte Darmflora positiv beeinflussen lässt. Dazu zählen zunächst einmal folgende Maßnahmen in Sachen gesunder Ernährung:
Haben Vegetarier:innen eine günstigere Darmflora? Verschiedene Studien konnten zeigen, dass Vegetarier:innen häufig eine gesündere Darmflora aufweisen als Fleischesser:innen. Schon nach rund einer Woche rein pflanzlicher Kost wird beobachtet, dass sich das Mikrobiom zum Positiven verändert. Die Effekte rühren daher, dass viele Ballaststoffe aufgenommen werden, von denen einige (die “Präbiotika”) das Wachstum guter Darmbakterien fördern. Zum anderen geht eine größere Vielfalt an pflanzlichen Lebensmitteln nachweislich mit einer größeren Artenvielfalt an Darmbakterien einher, die wiederum mit einer besseren Gesundheit und einem geringeren Risiko für z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Übergewicht assoziiert ist. Auch führt die vegetarische Ernährungsweise zu einem leicht sauren pH-Wert im Darm, einem Milieu, das krankheitsfördernde Bakterien eher abschreckt, dafür gute Darmbewohner wie Bifido- und Lactobakterien anzieht. Da Vegetarier:innen kein Fleisch und häufig ballaststoffreich sowie vielfältig essen, werden in ihrem Stoffwechsel zudem weniger entzündungsfördernde Stoffe (z. B. Trimethylaminoxid) frei, die Gefahr für chronisch-entzündliche Prozesse ist somit geringer. Diese Substanzen werden mit der Entstehung vieler Erkrankungen in Verbindung gebracht – auch mit Parkinson.
Verschiedene Studien konnten zeigen, dass Vegetarier:innen häufig eine gesündere Darmflora aufweisen als Fleischesser:innen. Schon nach rund einer Woche rein pflanzlicher Kost wird beobachtet, dass sich das Mikrobiom zum Positiven verändert. Die Effekte rühren daher, dass viele Ballaststoffe aufgenommen werden, von denen einige (die “Präbiotika”) das Wachstum guter Darmbakterien fördern. Zum anderen geht eine größere Vielfalt an pflanzlichen Lebensmitteln nachweislich mit einer größeren Artenvielfalt an Darmbakterien einher, die wiederum mit einer besseren Gesundheit und einem geringeren Risiko für z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Übergewicht assoziiert ist.
Auch führt die vegetarische Ernährungsweise zu einem leicht sauren pH-Wert im Darm, einem Milieu, das krankheitsfördernde Bakterien eher abschreckt, dafür gute Darmbewohner wie Bifido- und Lactobakterien anzieht. Da Vegetarier:innen kein Fleisch und häufig ballaststoffreich sowie vielfältig essen, werden in ihrem Stoffwechsel zudem weniger entzündungsfördernde Stoffe (z. B. Trimethylaminoxid) frei, die Gefahr für chronisch-entzündliche Prozesse ist somit geringer. Diese Substanzen werden mit der Entstehung vieler Erkrankungen in Verbindung gebracht – auch mit Parkinson.
Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf die Artenvielfalt und die Anzahl gesundheitsfördernder oder krankheitsfördernder Darmbakterien. Doch auch mit anderen Maßnahmen können Sie Ihre Darmflora aufbauen, um Parkinson entgegenzuwirken oder den Verlauf der Krankheit positiv zu beeinflussen.
Chronischer Stress wirkt sich nachweislich ungünstig auf die guten Darmbakterien aus. In einer aktuellen Studie (2024) hat man teils herausgefunden, warum das so ist. Bei chronischem Stress oder Angst ist die Amygdala (Mandelkern) im Gehirn weniger aktiv. Diese steuert die Aktivität der Brunner-Drüsen im Dünndarm, die die Darmwand “auf Anordnung” mit Schleim auskleiden, sodass sich dort nützliche Darmbakterien ansiedeln können. Bei Stressgefühlen ist die Amygdala weniger aktiv, somit werden es auch die Brunner-Drüsen – die Folge: Es wird weniger Schleim gebildet. Damit fehlt die Grundlage für die guten Darmbakterien, das Mikrobiom verändert sich.
Daher ist ein gutes Stressmanagement im Alltag wichtig. Versuchen Sie, Stress bewusst zu reduzieren, Termin- und Zeitdruck dort herauszunehmen, wo es möglich ist. Erlernen Sie darüber hinaus ein Entspannungsverfahren wie Yoga, Meditation, Autogenes Training oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Einmal erlernt, können Sie Ihre Entspannungsmethode immer dann anwenden, wenn Sie spüren, dass Sie angespannt, ängstlich oder unruhig sind.
Wenn Sie täglich aktives Entspannen trainieren, entwickeln Sie mit der Zeit ein feineres Körpergefühl und lernen, Stress aktiv und effektiv abbauen, sodass er seine schädliche Wirkung gar nicht erst entfalten kann. Bei Schlafstörungen sind diese Methoden auch Gold wert. Werden die Übungen abends vor dem Schlafengehen durchgeführt, können sie Ihnen dabei helfen, einzuschlafen. Die 4-7-8-Atmung ist ebenfalls ein guter Weg, um Stress zwischendurch abzubauen. Dazu atmen Sie vier Sekunden lang durch die Nase ein, halten die Luft für sieben Sekunden an und atmen dann acht Sekunden lang durch den leicht geöffneten Mund aus. Wiederholen Sie die Übung etwa fünfmal.
Laut Studien verbessert sich die Darmflora auch mithilfe von Sport und Bewegung. Ideal dafür ist ein moderates Training von etwa 150 Minuten pro Woche – also etwa 30 Minuten an fünf Tagen der Woche. Sowohl die Anzahl gesundheitsförderlicher als auch die Vielfalt an Bakterien erhöht sich bei Menschen, die regelmäßig trainieren im Vergleich zu Menschen, die keinen Sport ausüben. Dabei geht es nicht um ein kurzes, intensives Training, sondern um eines von mittlerer Intensität, das dafür länger andauert. Geeignet für die moderate Bewegung sind zum Beispiel schnelles Gehen, Nordic Walking, langsames Laufen, Radfahren, Ballspiele wie Tischtennis, entspanntes Schwimmen oder Tanzen.
In einer 2017 erschienenen Studie hat man beobachten können, dass der Effekt von Sport bei Menschen deutlicher ausfällt, die normalgewichtig sind. Bei Menschen mit Übergewicht verbesserte sich die Darmflora durch Sport nicht nennenswert. Das könnte daran liegen, dass sportliche Menschen an sich häufig einen gesünderen Lebensstil pflegen und sich auch gesünder ernähren. Wohingegen Menschen mit Übergewicht oft eher zu ungünstigen Lebensmitteln greifen, sodass der Einfluss von Sport den darmfloraschädigenden Effekt durch die ungesunde Ernährung nicht ausgleichen kann.