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Hier lesen Sie, welche heilsamen Wirkungen Tanzen ausübt, welche speziellen Angebote es für Parkinson-Patienten und -Patientinnen in Deutschland gibt und wie sie sich voneinander unterscheiden.
Tanzen übersetzt Musik in Bewegung. Die gesamte Muskulatur lockert sich dabei. Kleine blockierte Gelenke werden frei und auch verschobene Bandscheiben erhalten die Möglichkeit, in der rhythmischen Bewegung sanft in ihre richtige Position zurückzurutschen. Tanzen hat heilungsfördernde Effekte: körperlich, seelisch und sozial. Gesunde Menschen profitieren vom rhythmischen Urbedürfnis, motorisch eingeschränkte Parkinson-Patienten und -Patientinnen erst recht. Diese positiven Wirkungen kann Tanzen haben:
Neben der medikamentösen Therapie wird Tanzen und Musik auch in der komplementären Behandlung von Parkinson eingesetzt, wie der Sportwissenschaftler PD Dr. Heiko Gaßner im Interview erläutert: ”Wir arbeiten sehr viel mit Musik. Insbesondere mit Musik, die einen guten Takt und Rhythmus hat. Marschmusik funktioniert wunderbar. Die Patient:innen lachen zwar immer erst einmal, wenn die Marseillaise aus den Lautsprechern kommt und sie marschieren sollen, aber es hilft ihnen. Die Musik funktioniert als Trigger, den sie durchs Ohr erhalten, aufnehmen und sich dann dazu bewegen.”
Tanzen hält jung Weil beim Tanzen viele Prozesse gleichzeitig ablaufen, kurbelt es die Neuroplastizität in unserem Gehirn an. Es knüpft neue Verbindungen und unterstützt so die Gehirngesundheit. Studien deuten darauf hin, dass Tanzen auch vor Demenz schützen kann. Eine Studie der Universität Magdeburg wies etwa nach, dass Senior:innen, die dreimal die Woche ein spezielles Tanzprogramm absolvierten, ihre kognitiven Leistungen verbesserten. Gleichzeitig zeigte sich auch, dass durch die Schulung des Gleichgewichtssinns das Sturzrisiko minimiert werden konnte.
Weil beim Tanzen viele Prozesse gleichzeitig ablaufen, kurbelt es die Neuroplastizität in unserem Gehirn an. Es knüpft neue Verbindungen und unterstützt so die Gehirngesundheit. Studien deuten darauf hin, dass Tanzen auch vor Demenz schützen kann. Eine Studie der Universität Magdeburg wies etwa nach, dass Senior:innen, die dreimal die Woche ein spezielles Tanzprogramm absolvierten, ihre kognitiven Leistungen verbesserten. Gleichzeitig zeigte sich auch, dass durch die Schulung des Gleichgewichtssinns das Sturzrisiko minimiert werden konnte.
Da Menschen mit Parkinson oft in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, fällt es ihnen häufig nicht leicht, bei den Standardkursen der Tanzschulen mitzumachen. Erfreulicherweise gibt es spezielle Angebote, die auf die Bedürfnisse von Parkinson-Patient:innen zugeschnitten sind. Sie ermutigen Menschen, ihren Körper auf spielerische Weise auszuprobieren, um die Motorik zu verbessern. Häufig arbeiten die Choreograph:innen dabei mit großen, ausladenden Bewegungen, um dem verkleinerten Bewegungsradius bei Parkinson entgegenzuwirken. Tanzen oder Tanztherapie gehört zu den anerkannten ergänzenden Maßnahmen in der Parkinson-Behandlung. Diese verschiedenen Angebote gibt es.
“projekt:tanz” ist ein bewegungstherapeutisches Angebot, das speziell auf Parkinson-Erkrankte zugeschnitten ist. Das Konzept verbindet Elemente aus dem zeitgenössischen Tanz, Stepp- und Standardtanz sowie Ballett. Die Tanzfiguren und -choregraphien sollen die Mobilität erhalten und verbessern. Die Methode wird in Tanzschulen angeboten, es gibt aber auch die Übungs-DVD “… und dann hab’ ich einfach getanzt! Tanz und Bewegung für Menschen mit Parkinson”.
Sie enthält 16 Tanzübungen, die man zuhause nachmachen kann. Tanzpädagog:innen erläutern die Schritte, Parkinson-Patient:innen führen sie vor. So fällt es vor dem Bildschirm leichter, die Übungen selbst auszuführen. Die Schwierigkeitsgrade variieren: von Aufwärmübungen auf dem Stuhl über geführte Schritte bis hin zur Improvisation. Die DVD kann über Organisationen wie Parkinson-Selbsthilfegruppen oder Vereine bei der Hilde-Ulrichs-Stiftung (aktive-parkinsonstiftung.de) angefragt werden.
Das preisgekrönte Dance for PD®-Programm wurde 2001 in New York gegründet und bietet Menschen mit Parkinson spezielle Tanzkurse an. Die Idee: Auf der ganzen Welt sollen Menschen mit Parkinson in den Genuss eines speziell auf sie zugeschnittenen Tanzunterrichts kommen. Das Angebot umfasst sowohl Online-Kurse als auch klassische Kurse vor Ort. In den Kursen wird auf eine spielerische Weise an der Anmut von Bewegungen, dem Gleichgewicht und der Körperkoordination gearbeitet. Die Menschen sollen in der Gruppe Spaß am Tanzen um des Tanzens selbst willen haben – und quasi nebenbei ihre Beweglichkeit verbessern. Das globale Tanzprogramm wird mittlerweile auch in deutschen Städten angeboten. Es entstand ursprünglich durch die Zusammenarbeit der Mark Morris Dance Group und der Brooklyn Parkinson Group.
Das Wohlbefinden (engl. ”Well-being”) der Tänzer:innen steht hier im Vordergrund. “Dance Well” richtet sich speziell an Menschen mit Parkinson. Vorerfahrungen sind nicht nötig, die körperlichen Möglichkeiten aller Gruppen-Teilnehmer:innen werden achtsam in die Übungen integriert. Unter Anleitung erfahrener Tanz-Pädogog:innen lernen alle Teil:nehmer:innen Tanzbewegungen, trainieren ihr Rhythmusgefühl und ihre Körperwahrnehmung. Alles sehr entspannt, niedrigschwellig und in einer guten, wertschätzenden Atmosphäre. “Dance Well” möchte einen geschützten Raum für Parkinson-Erkrankte schaffen, in dem die Freude an der Bewegung im Vordergrund steht. Wertfrei und ohne Druck. Die Tänzer:innen sollen loslassen und ihren Körper spüren. Einziger Wermutstropfen des Angebots: ”Tanzplan Hamburg” auf Kampnagel ist bisher der einzige deutsche Partner des europäischen Projekts.
Auf der Grundlage des Tango Argentino (argentinischer Tango) hat die Therapeutin Simone Schlafhorst das Konzept Neurotango entwickelt. Es ist eine eigenständige Tanztherapie, die heilsam auf neurologische Erkrankungen wie Parkinson wirken soll. Die Hauptübungen (Tango Tools) zielen darauf ab, das Körperbewusstsein und die Bewegungskompetenz der Parkinson-Patient:innen zu stärken. Gleichzeitig bringen die Tanzübungen auch Spaß und geistige Entspannung.
Durch die Konzentration auf die Schritte, das Gleichgewicht und die Musik können die Tänzerinnen und Tänzer ihre Alltagsprobleme und Ängste, die mit einer Parkinson-Erkrankung einhergehen, ausblenden. Studien wie der Universität Witten/Herdecke belegen die positive Wirkung von Neurotango auf Parkinson-Erkrankte. Kliniken wie die Charité Berlin und viele Praxen arbeiten bereits mit dem toolbasierten Konzept.