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Was die COMT-Hemmer für eine Rolle in der Therapie von Parkinson spielen, wie sie wirken und mit welchen Nebenwirkungen Sie unter Umständen rechnen müssen, erfahren Sie hier.
COMT-Hemmer ist eine Gruppe von Wirkstoffen, die in den Dopamin-Stoffwechsel eingreifen, indem sie das Enzym Catechol-O-Methyltransferase dahingehend beeinflussen, dass es den Neurotransmitter Dopamin langsamer abbaut. Diese Medikamentengruppe wird zusammen mit anderen Parkinson-Medikamenten wie Levodopa eingesetzt, um die motorischen Symptome der Erkrankung wie das Zittern (Tremor), die Muskelsteifigkeit (Rigor) und die Bewegungsverlangsamung (Bradykinese) in den Griff zu bekommen und auch um Wirkungsschwankungen (Fluktuationen) nach längerer Einnahme von Levodopa, dem wichtigsten Parkinson-Medikament, entgegenzuwirken.
Die Medikamentengruppe der Catechol-O-Methyltransferase-Inhibitoren ist für die Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson) angezeigt. Sie haben die Aufgabe, für einen stabileren Dopaminspiegel in den Basalganglien, genauer gesagt der Substantia nigra (schwarze Substanz), zu sorgen. Dies ist jener Gehirnbereich, der unsere Bewegungen steuert und koordiniert. Ein ausgeglichener Dopaminspiegel ist die Basis dafür, dass wir unsere Muskeln überhaupt aktivieren können, dass unsere Bewegungen rundlaufen und wir sie gut aufeinander abstimmen können.
Als ergänzende medikamentöse Maßnahme zu Levodopa (der Vorläufersubstanz von Dopamin, die im Gehirn zu Dopamin umgewandelt wird) können Ärzt:innen bei Parkinson zwischen drei verschiedenen COMT-Hemmern wählen:
COMT-Hemmer stellen den Parkinson-Patient:innen im Gehirn mehr Dopamin zur Verfügung, sodass Parkinson-Patient:innen davon profitieren, was die Schwere ihrer Symptome angeht. Die Wirkung der COMT-Hemmer beruht auf verschiedenen Mechanismen, die wir Ihnen an dieser Stelle zunächst einmal greifbarer machen wollen.
Die COMT-Inhibitoren (Inhibitor = Hemmstoff) Entacapon, Tolcapon oder Opicapon binden an das Enzym Catechol-O-Methyltransferase und machen es damit ein Stück weit inaktiver. In der Folge kommt es zu den gewünschten Effekten, von denen Parkinson-Patient:innen dann profitieren: Der Abbau von Dopamin verlangsamt sich, wodurch das Gehirn von Betroffenen über längere Zeit und stabiler mit Dopamin versorgt ist und die Bewegungssymptome deutlich reduziert sind oder ganz verschwinden.
Auch verfügt der Körper dank dieser Medikamente länger und über eine größere Menge an Levodopa (L-Dopa) in der Peripherie, da die Wirkstoffe dieser Gruppe auch den Abbau von Levodopa zu 3-O-Methyldopa ausbremsen. Unter Peripherie verstehen Mediziner:innen Körperstrukturen, die außerhalb unseres Gehirns liegen. So kann sich Levodopa nicht nur im Gehirn befinden, sondern auch in unserem Blut, Darm oder in unserer Leber. Der Abbau von Levodopa verzögert sich durch die COMT-Hemmer sowohl für das medikamentös zugeführte Levodopa als auch für das im Körper natürlich vorhandene. Ist mehr Levodopa im Körper vorhanden, steht dem Gehirn davon auch mehr zur Umwandlung in Dopamin zur Verfügung.
Die COMT-Hemmer lindern nicht nur die oft belastenden motorischen Symptome wie Zittern, Muskelsteifheit und posturale Instabilität (Haltungsinstabilität), sondern federn häufig auch die Wirkschwankungen ab, die nach längerer Einnahmedauer von Levodopa oft auftreten. So lassen sich die sogenannten “Off-Zeiten” – also die Phasen, in denen das Medikament nicht wirkt und die unangenehmen Symptome wie steife Muskeln oder Bewegungseinschränkungen mitunter mit aller Wucht zurückkehren – mit diesen Wirkstoffen oft zuverlässig verringern.
Die Wirkschwankungen, also die verringerte Wirkung und die reduzierte Wirkdauer, haben verschiedene Ursachen. Eine ist zum Beispiel, dass das Gehirn im weiteren Verlauf der Erkrankung nicht mehr so gut in der Lage ist, das zugeführte Dopamin langsam und allmählich zu Dopamin zu verstoffwechseln und dass somit in einem Moment plötzlich zu viel Dopamin zur Verfügung stehen kann. Dies kann sich dann in sogenannten Dyskinesien (unkontrollierte Bewegungen) äußern.
COMT-Hemmer werden immer in Kombination mit Levodopa verschrieben, denn ohne Levodopa bleiben sie wirkungslos und können die typischen Bewegungsstörungen der Parkinson-Krankheit nicht lindern.
Die beiden COMT-Hemmer der jüngeren Generation, Entacapon und Opicapon, werden von Menschen mit Parkinson meist gut vertragen und gelten auch als gut wirksam. Daher stehen diese Wirkstoffe auch an erster Stelle, wenn ein COMT-Hemmer die Therapie bei Parkinson begleiten soll. Folgende Nebenwirkungen können bei COMT-Hemmern – darunter sind auch sehr seltene – aber dennoch auftreten:
Tolcapon – nur zweites Mittel der Wahl Tolcapon ist der älteste der drei Wirkstoffe. Er kommt oft erst zum Einsatz, wenn die anderen beiden nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden. Das hat den Hintergrund, dass es in seltenen Fällen die Leber akut schädigen kann. Wenn Sie es von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin verschrieben bekommen haben, ist es daher wichtig, regelmäßig die Leberwerte im Blick zu behalten. Gerade im ersten Jahr der Therapie sollten möglichst alle zwei Wochen entsprechende Untersuchungen anberaumt werden. Gibt es im Blutbefund Auffälligkeiten, ist das Medikament sofort abzusetzen. Gleiches gilt, wenn es zu starken Durchfällen aufgrund eines COMT-Hemmers kommt.
Tolcapon ist der älteste der drei Wirkstoffe. Er kommt oft erst zum Einsatz, wenn die anderen beiden nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden. Das hat den Hintergrund, dass es in seltenen Fällen die Leber akut schädigen kann. Wenn Sie es von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin verschrieben bekommen haben, ist es daher wichtig, regelmäßig die Leberwerte im Blick zu behalten. Gerade im ersten Jahr der Therapie sollten möglichst alle zwei Wochen entsprechende Untersuchungen anberaumt werden. Gibt es im Blutbefund Auffälligkeiten, ist das Medikament sofort abzusetzen. Gleiches gilt, wenn es zu starken Durchfällen aufgrund eines COMT-Hemmers kommt.
Nicht immer dürfen COMT-Hemmer zur Therapie von Parkinson eingesetzt werden. Wir geben Ihnen hier einen Überblick darüber, wann Entacapon, Opicapon und Tolcapon kontraindiziert sind.
Patienten und Patientinnen mit eingeschränkter Leberfunktion, Anzeichen einer Lebererkrankung oder erhöhten Leberenzymwerten sollen kein Tolcapon nehmen. Auch bei einer Überempfindlichkeit des Wirkstoffs oder eines anderen Inhaltsstoffes ist von einer Parkinson-Therapie mit Tolcapon Abstand zu nehmen. Gleiches gilt, wenn Sie schwere Dyskinesien haben, in früherer Zeit ein Malignes Neuroleptisches Syndrom (Nebenwirkung von Neuroleptika) oder eine Rhabdomyolyse (Muskelerkrankung mit Muskelschäden) aufgewiesen haben. Darüber hinaus sollte kein Tolcapon angewendet werden, wenn Sie spezielle Tumoren der Nebennieren haben (Phaeochromozytom).
Parkinson-Patienten und -Patientinnen dürfen Entacapon nicht anwenden bei:
Dieser Wirkstoff ist kontraindiziert bei:
Die Medikamente zur COMT-Hemmung können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden, da die Bioverfügbarkeit zusammen mit Nahrungsmitteln ebenso gut ist wie ohne. Entacapon und Tolcapon werden mehrmals täglich angewendet – bei Opicapon genügt eine Kapsel täglich zusammen mit L-Dopa. Entacapon ist auch als kombinierter Wirkstoff mit Levodopa und einem Dopa-Decarboxylasehemmer wie Carbidopa erhältlich. Opicapon wird abends vor dem Schlafengehen eingenommen, mit einem zeitlichen Mindestabstand von einer Stunde zu einem Levodopa-Präparat.