Über Parkinson
Ursachen
Symptome
Diagnose
Verlauf
Behandlung
Medikamentöse Behandlung
Gerätegestützte Behandlung
Unterstützende Therapien
Leben mit Parkinson
Ernährung
Sport und Bewegung
Hilfsmittel
Parkinson-Zentren
Hier lesen Sie, warum Morbus Parkinson vor allem das Gangbild beeinträchtigt, welche Hilfsmittel für das Gehen Ihren Alltag erleichtern und was Sie selbst tun können, um möglichst lange mobil zu bleiben.
Im Gehirn von Parkinson-Erkrankten ist der Botenstoff Dopamin nicht mehr in ausreichendem Maß vorhanden. Dopamin ist allerdings entscheidend für die Bewegungssteuerung. Bei einem Dopaminmangel werden die Bewegungsimpulse im Gehirn nur ungenügend weitergeleitet. Die Kontrolle über die motorischen Bewegungen nehmen ab, wodurch es zu den typischen Symptomen von Parkinson kommen kann wie Tremor (Zittern), Rigor (Muskelsteife), Bradykinese (Bewegungsverlangsamung) und im späteren Stadium die posturale Haltungsinstabilität.
Im fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Erkrankung nehmen Gangunsicherheit und Gangstörungen zu. Die Reflexe, die für die Gleichgewichtssteuerung wichtig sind, verlangsamen sich. Die Parkinson-Patienten und -patientinnen gehen kleinschrittig mit nach vorn gerichteten Oberkörper, beim Umdrehen brauchen sie mehrere kleine Zwischenschritte. Typisch ist auch, dass ein Arm oder beide beim Gehen nicht mitpendeln, sondern herunterhängen. Weil bei Parkinson die raschen Ausgleichsbewegungen, die bei Gesunden für ein stabiles Gangbild sorgen, nicht mehr richtig funktionieren, steigt die Gefahr von Stürzen.
Viele nützliche Hilfsmittel und kleine Tricks helfen, die eingeschränkte Beweglichkeit bei Parkinson auszugleichen. Zu Beginn der Erkrankung können Sie sich zum Beispiel bei Ihrer Begleitperson unterhaken, um Ihr Gleichgewicht zu unterstützen. Sollte das Gehen noch leichter fallen und Sie allein unterwegs sind, können zwei Walking-Stöcke Halt bieten.
Auch einfache Gehstöcke bieten eine zusätzliche Stütze und helfen, das Gleichgewicht zu halten. Modelle mit ergonomischen, rutschfesten Griffen und stabilen Fußteilen sorgen für mehr Sicherheit. Vor allem im fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Erkrankung stehen Ihnen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung, die Sie individuell bei Ihren alltäglichen Unternehmungen unterstützen und Ihre Lebensqualität fördern.
Ein Klassiker unter den Hilfsmitteln sind Rollatoren, die es in verschiedenen Ausführungen gibt. Am Anfang mag es vielleicht einige Überwindung kosten, die Gehhilfe zu benutzen. Aber letztlich sind Rollatoren ein wunderbares Hilfsmittel, um bei motorischen Einschränkungen den eigenen Aktionsradius zu erhalten. Prüfen Sie in Ruhe das große Angebot für Parkinson-Patient:innen und schauen, was für Sie passend ist.
Rollatoren bieten Stabilität beim Gehen und sind besonders hilfreich bei Gleichgewichtsproblemen. Rollatoren mit Mini-Pedal verfügen am Hinterrad über einen kleinen Vorsprung. Wenn man mit der Fußspitze darauf tritt, heben sich die Vorderräder etwas an. So lässt sich der Rollator besser auf dem Bürgersteig bugsieren. Spezielle Parkinson-Rollatoren sind mit zusätzlichen Funktionen wie einer Stop-and-Go-Bremse, einem Laserlicht oder einem akustischen Signal ausgestattet, um das Freezing zu bewältigen. Sie bieten auch eine Sitzfläche zum Ausruhen und Ablagekörbe für persönliche Gegenstände.
Wie bei allem Neuen im Leben muss auch der Einsatz mit einem Rollator geübt werden. Am Anfang sind die ersten Schritte vielleicht noch etwas holprig, doch mit der Zeit lernen Sie, mit der Gehhilfe routiniert umzugehen. Was für den Gebrauch eines Rollators wichtig ist:
Kosten für Hilfsmittel Ein Hilfsmittel soll Menschen mit Einschränkungen oder Behinderungen helfen, am alltäglichen Leben teilzunehmen. Die Kosten für Hilfsmittel, die ärztlich verordnet werden, übernehmen die Krankenkassen. Allerdings kann in einigen Fällen, etwa bei Gegenständen des alltäglichen Lebens, ein Eigenanteil anfallen.
Ein Hilfsmittel soll Menschen mit Einschränkungen oder Behinderungen helfen, am alltäglichen Leben teilzunehmen. Die Kosten für Hilfsmittel, die ärztlich verordnet werden, übernehmen die Krankenkassen. Allerdings kann in einigen Fällen, etwa bei Gegenständen des alltäglichen Lebens, ein Eigenanteil anfallen.
Viele Parkinson-Erkrankte kennen es nur zu gut: Sie stehen an einer roten Ampel, das Signal schaltet auf Grün – und anstatt loszugehen, bleiben sie wie erstarrt stehen. Dieses Einfrieren der Bewegung wird Freezing genannt. Diese Starthemmung hält meist nur wenige Sekunden an, ist aber mit einem Sturzrisiko verbunden. Die motorischen Blockaden können auftreten, wenn die Wirkung der Medikamente nachlässt (”Off-Phase”), aber auch Stress und Angst gelten als auslösende Faktoren (Trigger).
Das sogenannte Cueing ist eine Methode, um Bewegungsblockaden zu lösen. Das Wort “Cue” stammt aus dem Englischen und bedeutet: Hinweis, Fingerzeig, Zeichen. Die Ergotherapie nennt diese Hinweisreize auch ”Cues”. Statt vom Gehirn kann ein Hinweisreiz auch von außen gegeben werden, um in Bewegung zu kommen. Es gibt visuelle, akustische und taktile Cues, um Bewegungsblockaden zu lösen oder das Gehen in Gang zu halten. Wir stellen Hilfsmittel vor, die mit verschiedenen Hinweisreizen arbeiten. Am besten probieren Sie aus, was Ihnen am besten hilft.
Für Parkinson-Patient:innen steht sowohl in der Physiotherapie als auch in der Ergotherapie die Verbesserung der Bewegung im Vordergrund. Die gelernten Übungen sollten Sie möglichst zu Hause fortführen. Versuchen Sie darüber hinaus möglichst in Bewegung zu bleiben. Studien zeigen, dass moderater Sport bei Parkinson positive Wirkungen die Mobilität unterstützt:
Wie viel Zeit sollten Sie in der Woche für Sport aufwenden? Als Richtlinie gelten die von der Weltgesundheitsbehörde (WHO) vorgegebenen zweieinhalb Stunden die Woche. Um sportliche Höchstleistungen geht es bei einer chronischen Erkrankung wie Parkinson nicht.
Vielmehr zählt jede Form von Aktivität, die den Puls erhöht. Wie die zweieinhalb Stunden aufgeteilt werden, ist Geschmackssache. Grundsätzlich fällt es leichter, nicht nur einmal in der Woche zu trainieren, sondern mehrmals. Das kann beim Rehasport in der Gruppe sein, beim Tanzen mit der Partnerin oder dem Partner oder beim täglichen schnellen Gehen. Viele Parkinson-Patient:innen machen auch gute Erfahrungen mit Tischtennis und Boxen. Testen Sie einfach aus, was am besten in Ihren Alltag passt und welche Art von Sport Ihnen am meisten Spaß bringt.