Posturale Instabilität bei Parkinson: Ursache, Symptome, Behandlung

Menschen mit Parkinson entwickeln im weiteren Krankheitsverlauf häufig Gleichgewichtsprobleme und eine krumme Körperhaltung, was im Fachjargon als posturale Instabilität (Haltungsinstabilität) bezeichnet wird. Es ist ein sehr auffälliges Symptom der Parkinson-Krankheit, da sowohl der aufrechte Gang als auch das Gleichgewicht gestört sind und dadurch die Gefahr für Stürze erhöht ist – eine gefährliche Folge der Erkrankung. Im Vergleich zu anderen motorischen Symptomen wie Muskelzittern (Tremor), Muskelsteifigkeit (Rigor) oder die Bewegungsverlangsamung (Bradykinese) wirkt eine medikamentöse Therapie weniger gut bei der Haltungsinstabilität. Daher stehen bei der posturalen Instabilität andere therapeutische Behandlungen im Vordergrund, über die wir Sie im Folgenden informieren möchten.

Zudem erfahren Sie hier, was sich hinter dem besonderen Symptom verbirgt, welche Ursachen in Betracht gezogen werden, wie sich die Haltungsinstabilität zeigt und welche Auswirkungen sie auf das Leben mit Parkinson hat.

Posturale Instabilität: Was ist das?

Die Haltungsstabilität in Verbindung mit Gangschwierigkeiten und Stürzen ist ein Symptom von verschiedenen neurologischen Erkrankungen, tritt aber insbesondere beim Parkinson-Syndrom auf. Im Verlauf von Morbus Parkinson stehen bei Patient:innen folgende sogenannte Kardinalsymptome im Fokus: Tremor (Muskelzittern), Rigor (Muskelsteifigkeit) und Bradykinese (Bewegungsverlangsamung), die zu Beginn der neurodegenerativen Erkrankung hauptsächlich auf einer Körperseite auftreten. Laut der aktuellen Leitlinie (2025) gehört die posturale Instabilität nicht mehr zu den einst vier Kardinalsymptomen der Parkinson-Krankheit.

Störung der Halte- und Stellreflexe und des Gleichgewichts

Bei der posturalen Instabilität bei Parkinson handelt sich um eine Störung der aufrechten Körperhaltung, ausgelöst durch unzureichend funktionierende Halte- und Stellreflexe. Betroffene müssen beim Sitzen oder Stehen ihre Körperhaltung justieren, weil die Weiterleitung von Signalen über die Sensoren der Skelettmuskulatur nicht vernünftig über das Rückenmark nicht funktioniert. Auch unser Gleichgewichtsorgan – das Innenohr – meldet die Veränderung der Stabilität an unser Gehirn, wodurch die Haltung bewusst korrigiert wird, anstatt dass sie unbewusst, automatisch und für andere unsichtbar abläuft. Im weiteren Krankheitsverlauf sind im Rahmen der posturalen Instabilität auch die Gleichgewichtsreflexe gestört.

Dadurch ist die Mobilität der Betroffenen mehr oder weniger stark beeinträchtigt und das Sturzrisiko erhöht, weil der Körper bei plötzlichen Drehungen oder Stößen nicht mehr adäquat reagiert, um das Gleichgewicht halten zu können. Dies stellt eine besondere Gefahr für Parkinson-Patient:innen dar, weil nicht nur die mangelhafte Stabilität der aufrechten Körperhaltung, sondern auch Stürze ein selbständiges Leben mit Parkinson erschweren oder unmöglich machen.

Häufigkeit der posturalen Instabilität bei Parkinson

Die Haltungsinstabilität tritt bei etwa 16 Prozent der Parkinson-Patient:innen auf. Mit der Dauer der Erkrankung und mit der Beeinträchtigung des Gleichgewichts nimmt das Risiko für Stürze zu. Bei ca. 60 Prozent der Menschen mit einer posturalen Instabilität treten Stürze im weiteren Krankheitsverlauf auf.

Ursachen: Wie entsteht die posturale Instabilität bei Parkinson?

Um besser verstehen zu können, wodurch eine Instabilität der Körperhaltung bei Parkinson verursacht wird, schauen wir uns erst einmal die natürliche (physiologische) Gleichgewichtskontrolle an, die bei Gesunden ganz unwillkürlich abläuft.

Physiologische und pathologische Gleichgewichtskontrolle

Die Kontrolle über unser Gleichgewicht ist eigentlich eine unwillkürliche Aktivität. Ist unsere Haltung stabil, können wir das Gleichgewicht auch bei Störungen des ruhigen Stands oder zur Vorbereitung und Ausführung von Bewegungen halten und die Balance aufrechterhalten. Und dafür ist eine gute Koordination unserer Sensorik – also der Wahrnehmung und Bewertung mit den Sinnesorganen (hören, riechen, sehen, tasten, schmecken) – und Motorik nötig. Mittels unserer Sensorik nehmen wir Informationen (Reizaufnahme) auf und leiten sie an unser zentrales Nervensystem, kurz ZNS, (Gehirn, Rückenmark) weiter. Dank unserer Motorik können zur Ausübung von Bewegungen (Reizantwort) die Muskeln angesteuert und angespannt werden.

Gestörte Funktion der Basalganglien bei Parkinson

Auch die Basalganglien (Nuclei basales), eine Gruppe Großhirn- und Zwischenhirnkerne, die für unsere Bewegungsabläufe wichtig sind, bilden Nervenbahnen, die die Ausführung von Aktivierung (Anspannung) und Hemmung (Entspannung) der Muskeln beeinflussen. Die Basalganglien sind außerdem wichtig, um unser Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Bei Parkinson stört ein Dopaminmangel im Gehirn die Funktion der Basalganglien. Und das wirkt sich negativ auf die Muskeltätigkeit und unser Gleichgewicht aus.

Die Haltungsstabilität hängt also von dem Zusammenspiel sensorischer, motorischer, visueller (das Sehen betreffend), vestibulärer (auf unseren Gleichgewichtssinn bezogen) und kognitiver (das Wahrnehmen, Denken, Erkennen betreffend) Schaltkreise ab. Liegt hier eine Störung vor, entsteht eine pathologische Gleichgewichtskontrolle namens posturale Instabilität.

Störungen in der weißen Substanz (Substantia alba)

Morbus Parkinson gilt als eine fortschreitende Bewegungsstörung, verursacht durch die Degeneration dopaminerger Nervenzellen der Substantia nigra (schwarzen Substanz). Bei manchen Parkinson-Patient:innen mit posturaler Instabilität spricht trotz des vorliegenden Dopaminmangels eine Dopaminersatztherapie aber nicht an.

In dem Fall könnten Störungen nicht in der schwarzen Substanz (Substantia nigra), sondern in der weißen Substanz (Substantia alba) im Gehirn ursächlich für die Haltungsinstabilität sein, wie zum Beispiel periventrikuläre Hyperintensitäten, bei der sich die Zusammensetzung des Hirngewebes um einen Hirnventrikel (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume im Gehirn) verändert oder Störungen der quer verlaufenden Faserverbindungen (Corpus-callosum-Fasern) zwischen beiden Großhirnhemisphären.

Weiße Substanz im Gehirn: Was ist das?

Die weiße Substanz (Substantia alba) des zentralen Nervensystems (ZNS) ist ein Gefüge aus Fortsetzen (Axonen) von Nervenzellen (Neuronen). Es sind markhaltige (myelinisierte) Ausläufer der Nervenzellen – sogenannte myelinisierte Nervenfasern – im Rückenmark und Gehirn. Die weiße Substanz ist unter anderem für die Signalweiterleitung von Reizen im ZNS und peripheren Nervensystem (PNS) zuständig, also für die Kommunikation und den Austausch von Informationen zwischen verschiedenen Bereichen des Gehirns.

Symptome: Wie zeigt sich die posturale Instabilität bei Parkinson?

Das klinische Krankheitsbild der posturalen Instabilität zeigt sich in Form von Gangstörungen und Gleichgewichtsstörungen. Patent:innen nehmen oft eine gebückte Haltung mit leicht gebeugten Knien ein, wodurch das Gehen mit der Zeit immer schwerer fällt. Auffällig sind auch ein schlurfender Gang und die vielen kleinen Schritte, die manchmal ganz ohne Absicht beschleunigt werden, die Schrittlänge aber immer kürzer wird. Dadurch machen sie einen leicht gehetzten Eindruck. Diese Art Gangstörung wird auch als Festination bezeichnet.

Häufig haben Menschen mit einer instabilen Haltung auch Probleme, überhaupt mit dem Gehen zu beginnen. Sie drehen sich und halten erstmal inne und beginnen dann wieder mit kurzen, tippelnden Schritten. Die Arme schwingen beim Gehen nur wenig oder gar nicht mit. Manchmal halten sie die Arme auch um die Taille herum.

Es besteht zudem eine Neigung, den Schwerpunkt des Körpers nach hinten (Retropulsion) oder vorne (Propulsion) zu verlagern. Der Grund dafür liegt in der Störung der Haltungs- und Stellreflexe. Sie müssen permanent die Körperhaltung im Stehen oder Sitzen korrigieren. Viele weitere Symptome der Parkinson-Krankheit können begleitend mit der posturalen Instabilität auftreten, sind individuell und variieren von Person zu Person.

Was verschlimmert die posturale Instabilität?

Die posturale Instabilität kann sich durch andere Parkinson-Symptome verschlimmern. Insbesondere wenn die Sinneswahrnehmungen, wie bei Störungen der visuell-räumlichen Orientierung (Sehstörungen) oder Schwindel beeinträchtigt sind.

Komplikation: erhöhtes Sturzrisiko bei posturaler Instabilität

Eine gefährliche Komplikation der Haltungsinstabilität ist das erhöhte Risiko für Stürze, hervorgerufen durch eine fehlende Koordination und Balance der Bewegungsabläufe. Stürze können mit Knochenbrüchen, Ängsten vor neuen Stürzen und einer deutlich eingeschränkten Mobilität einhergehen und so die Lebensqualität in Mitleidenschaft ziehen. Durch die eingeschränkte Beweglichkeit besteht die Gefahr der sozialen Isolation, was wiederum depressive Phasen, Depressionen und Angststörungen auslösen kann.

Aufgrund dieser Komplikation hat die posturale Instabilität auch eine schlechte Prognose. Sie geht mit physischen, psychischen und sozialen Komponenten einher und kann zu Pflegebedürftigkeit führen. Dadurch gefährdet sie die Selbstständigkeit für ein Leben mit Parkinson erheblich.

Diagnose: Wie wird die posturale Instabilität diagnostiziert?

Ihr behandelnder Neurologe oder Ihre behandelnde Neurologin stellt die Diagnose posturale Instabilität bei Parkinson. In den meisten Fällen tritt das Symptom in späteren Stadien der Erkrankung auf. Bei einer früheren Entwicklung des Symptoms müssen Neurolog:innen daher auch andere neurologische Ursachen abklären. Die posturale Instabilität ist eine subjektive Diagnose, denn sie hängt in erster Linie von den Befunden des Patientengesprächs und der körperlichen Untersuchung ab.

Ein ausführliches Patientengespräch über die Symptome und Begleiterscheinungen der posturalen Instabilität sowie eine gründliche körperliche Untersuchung stellen also eine wichtige Basis für die Diagnostik dar. Auch Informationen zu den veränderbaren Faktoren wie Umweltbelastungen, ungesunde Lebensweise (zum Beispiel Alkoholkonsum, Zigaretten, ungesunde Ernährung), chemische Belastungen durch Pestizide oder Stress und nicht veränderbaren Risikofaktoren wie das zunehmende Lebensalter sind wichtig für eine individuelle Behandlung.

Neurologische Untersuchung: Tests und bildgebende Verfahren

Ergänzend können Labortests und andere Tests sowie bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) zur Unterstützung der Diagnose eingesetzt werden. Zur Überprüfung des Gleichgewichts bei der posturalen Instabilität können folgende Tests zum Einsatz kommen:

  • Retropulsionstest (Pull-Test, Zugtest): Dieser Test überprüft das Gleichgewicht und die Haltungsreflexe. Ärzt:innen initiieren bei Patient:innen einen plötzlichen Stoß oder Zug von hinten auf die Schultern. Folgen mehrere korrigierende Schritte nach hinten (> 1 Schritt), liegt eine Störung der Reflexe vor.
  • Functional Reach Test: Der Test ist eine Messmethode des statischen Gleichgewichts in “extremer” Position mit maximaler Bewegung nach vorne. Patient:innen halten die Füße auf einer Stelle und versuchen, so weit wie möglich mit dem Arm horizontal nach vorne zu greifen.
  • Timed-Up-and-Go-Test (TUG-Test): Mithilfe des TUG-Tests sollen die Mobilität, die Muskelkraft und das Gleichgewicht sowie das Sturzrisiko bewertet werden. Dabei stehen Patient:innen nach Kommando aus einer Sitzposition auf, mit einem möglichst normalen, sicheren Gang auf einer markierten Linie am Boden (etwa drei Meter Strecke) entlang laufen, sich umdrehen, zum Stuhl zurückgehen und sich wieder hinsetzen. Die Zeit wird beim Test in Sekunden notiert und die Ergebnisse anhand einer Skala interpretiert, z. B. weisen über 30 Sekunden auf eine ausgeprägte Mobilitätseinschränkung hin.
  • Romberg-Test: Bei diesem Test wird das Gleichgewicht bei geschlossenen Augen überprüft. Patient:innen stehen dabei aufrecht und stellen die Füße nebeneinander. Zuerst wird die Position für 30 Sekunden bei geöffneten Augen gehalten, dann für 30 Sekunden bei geschlossenen Augen. Wenn die geschlossenen Augen zu einer deutlichen Abnahme der Stabilität führen, ist das Romberg-Zeichen positiv und weist auf eine sensorische Störung hin.
  • Stand- und Gangtests: Verschiedene Tests im Stehen und Gehen geben außerdem Auskunft über das Gleichgewicht. Bei dem sogenannten Tandemstand stellen Patient:innen ihre Füße einmal hintereinander auf und fordern so die Balance heraus oder beim Einbeinstand müssen sie versuchen, die Balance zu halten. Ein Gehtest mit Richtungswechseln kann ebenfalls das Gleichgewicht überprüfen.

Behandlung der Posturalen Instabilität bei Parkinson

Die Behandlung der Haltungsinstabilität bei Parkinson gestaltet sich als schwierig, da im Rahmen einer medikamentösen Therapie eine Dopaminersatztherapie oft nicht die positive Wirkung entfaltet, wie es bei anderen motorischen Symptomen der Parkinson-Krankheit der Fall ist. Tremor, Rigor, Bradykinese und Akinese (hochgradige Bewegungsarmut) sprechen gut auf Medikamente wie zum Beispiel Levodopa (L-Dopa), Dopaminagonisten, MAO-Hemmer oder COMT-Hemmer an. Auch operative Eingriffe wie eine Tiefe Hirnstimulation (THS) oder eine Pumpentherapie können oft bei der posturalen Instabilität nicht helfen. Was können Sie also tun, wenn Sie unter einer Haltungsinstabilität mit Gleichgewichtsstörungen leiden und die medizinische Unterstützung schwierig ist?

Sturzprophylaxe ist das A und O bei posturaler Instabilität

Eine gute Sturzprophylaxe ist ein sehr wichtiger Baustein der Therapie, denn damit können Sie dazu beitragen, dass Ihr selbstständiges Leben möglichst lange erhalten bleibt. Um gefährliche Stürze zu vermeiden, sollten sie folgende Tipps berücksichtigen:

  • Stolperfallen entfernen: Teppiche, Türschwellen und andere Stolperfallen (Stufen, Treppen) in den eigenen vier Wänden entfernen.
  • Beleuchtung anbringen: Sorgen Sie in allen Zimmern Ihres Zuhauses für eine gute Beleuchtung. So behalten Sie auch nachts eine gute Orientierung.
  • Hilfsmittel einsetzen: Ihnen stehen viele verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung. Sie tragen dazu bei, dass Ihre häusliche Umgebung sicherer wird. Treppenlifte, Haltegriffe oder Gehilfen eignen sich hervorragend, um die Balance zu halten und Stürze zu vermeiden.

Unterstützende Therapien bei posturaler Instabilität

Um Risiken für Stürze zu minimieren und eine individuelle Behandlung auf Basis persönlicher Bedürfnisse abzustimmen, können auch unterstützende Maßnahmen wie die Physiotherapie und Ergotherapie oder eine Psychotherapie hilfreich sein.

  • Physiotherapie: Gleichgewichtsübungen können die Haltungsstabilität verbessern und das Sturzrisiko senken, wenn die Übungen regelmäßig trainiert werden – auch im Alltag. Physiotherapeut:innen passen die Behandlung und das Training an die individuellen Bedürfnisse an und erstellen entsprechende Trainingspläne.
  • Ergotherapie: Auch im Rahmen einer Ergotherapie sollen Gleichgewichtsübungen trainiert werden, z. B. in Form von ruhigem Sitzen, Balance im Stehen und anderen ausdauernden Tätigkeiten.
  • Psychotherapie: Ein wichtiger Aspekt bei der posturalen Instabilität ist auch die Angst vor (weiteren) Stürzen, die sehr ausgeprägt sein kann und das soziale Leben beeinträchtigt. Aus Angst werden Unternehmungen seltener und Betroffene ziehen sich aus dem sozialen Leben zurück. Die Folge können dann Depressionen und Einsamkeit sein. Eine psychotherapeutische Unterstützung kann dann sehr hilfreich sein, um Ängste zu bewältigen, besser mit der Haltungsinstabilität und der Parkinson-Krankheit umzugehen.

Gut zu wissen: Sowohl die Physiotherapie als auch die Ergotherapie schulen Parkinson-Patient:innen mit posturaler Instabilität darin, bei Stürzen “richtig zu fallen”, um das Verletzungsrisiko möglichst gering zu halten und auch nach dem Sturz wieder auf die Beine zu kommen.

Medikamente bei posturaler Instabilität

Eine Dopaminersatztherapie beeinflusst die posturale Instabilität geringfügig. Der Verzicht von Benzodiazepinen, also verschreibungspflichtigen Medikamenten, die als Schlaf- oder Beruhigungsmittel eingesetzt werden, oder Anticholinergika, die das parasympathische Nervensystem hemmen, hat sich in Untersuchungen als positiv herausgestellt.

Möglicherweise sind Arzneien wie Droxidopa, ein Prodrug (Propharmakon) gegen Parkinson hilfreich und können die Anzahl von Stürzen verhindern. Prodrugs sind Arzneistoffe in inaktiver Form, die erst im Körper umgewandelt und wirksam werden. Beim Passieren der Blut-Hirn-Schranke wird Droxidopa zu dem Botenstoff Noradrenalin umgewandelt. Das Medikament kommt beispielsweise bei Schwindel zum Einsatz oder wenn der Blutdruck beim Aufstehen (vom Liegen oder Sitzen) durch eine mangelnde Ausschüttung von Noradrenalin abfällt (Neurogene orthostatische Hypotonie) – beides sind Symptome der Parkinson-Krankheit, die das Sturzrisiko reduzieren. Bei der medikamentösen Behandlung der Haltungsinstabilität sind noch weitere Forschungen nötig.

Transkranielle Gleichstromstimulation bei posturaler Instabilität?

Klinische Studien und Metaanalysen weisen darauf hin, dass die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) ergänzend zu unterschiedlichen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt werden und möglicherweise zu einer Verbesserung führen kann. Unter anderem bei der Behandlung von Migräne zur Schmerzreduktion, bei Morbus Parkinson und der Haltungsinstabilität zur Verbesserung der kognitiven Funktion, oder bei Angststörungen zur Verbesserung der Symptomatik.

Bei der tDCS handelt es sich um eine elektrische Therapieform (Elektrostimulation) und ein nicht-invasives Verfahren, bei der sich zwei Elektroden an der Kopfhaut befinden, die einen schwachen, konstanten Strom durch die Schädeldecke zu den Nervenzellen des Gehirns weiterleiten.