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Motorische Symptome wie Bewegungsverlangsamung, Zittern und Muskelsteifigkeit sind nicht nur typisch für die Parkinson-Krankheit, die teilweise unkontrollierten Bewegungen können das Leben in den eigenen vier Wänden enorm erschweren. Nach der Diagnose können sich Betroffene daher zurecht die Frage stellen, ob sie mit Parkinson überhaupt zu Hause wohnen bleiben können. Die gute Nachricht: In der Regel ist dies für lange Zeit möglich. Dafür kann es erforderlich sein, die Wohnräume jedoch Parkinson-gerecht umgestaltet werden – ob Wohnzimmer, Küche, Bade- oder Schlafzimmer.
Was also gibt es bei der Anpassung des Wohnraums zu beachten? Wie lässt sich die Mobilität in den eigenen vier Wänden verbessern? Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Zuhause so umgestalten können, dass Sie dort sicher und selbstständig leben können.
Die eigenen vier Wände sind selten altersgerecht und barrierefrei konzipiert. Doch mit der Diagnose Parkinson ändert sich vieles im Leben Betroffener – so auch die Art, wie sie in Zukunft sicher und möglichst lange selbstständig wohnen können. Auch wenn sich Parkinson im frühen Stadium oft noch nicht so stark auf den Alltag und das Leben auswirkt, kommen Patient:innen bei der stetig fortschreitenden Erkrankung irgendwann an den Punkt, an dem etwas in der Wohnung – zur eigenen Sicherheit – verändert werden muss.
Mit schon einfachen Umbaumaßnahmen und regelmäßigen Anpassungen an den Wohnraum lässt sich viel bewirken. Das oberste Ziel ist es, so lange wie möglich in der vertrauten Umgebung mit Parkinson zu leben. Dabei stehen die individuellen, veränderbaren Bedürfnisse des Betroffenen immer im Vordergrund.
Die oberste Priorität für Parkinson-gerechte Wohnräume und damit für ein sicheres und selbstständiges Leben ist die Sturzprophylaxe. Bei Parkinson treten oft Gangstörungen auf, wie z. B. ein schlurfender, kleinschrittiger Gang, eine instabile Haltung (posturale Instabilität) und eine Gangunsicherheit. Auch ein sogenanntes Freezing (plötzliches Einfrieren der Bewegung) gehört zu den Symptomen im späteren Krankheitsverlauf. Alle diese Symptome gehen mit einem erhöhten Risiko für Stürze einher. Entfernen Sie dafür unbedingt alle Sturz- und Stolperfallen, die sich in Ihrer Wohnung befinden und bringen Sie an wichtigen Stellen Halterungen zum Festhalten an.
Stürze zu vermeiden, ist wohl die wichtigste Maßnahme für ein sicheres und selbstständiges Leben mit Parkinson. Denn meistens sind es Stürze und die damit einhergehenden Knochenbrüche, die Betroffenen die Selbstständigkeit in den eigenen vier Wänden nehmen. Gestalten Sie alle Ihre Wohnräume daher sicher und barrierefrei um. Die drei wichtigsten Maßnahmen für den ersten Schritt sind:
Lange selbstbestimmt zu Hause wohnen zu können – dabei helfen barrierefreie Wohnräume, die möglichst ohne Hürden und Stolperfallen auskommen. Die wichtigsten Bereiche sind dabei die Küche, das Bad und die Zugänge. Bei der Umgestaltung Ihrer Wohnräume sollten Sie im Rahmen baulicher Veränderungen neben der Entfernung von Stolperfallen, sicheren Treppen und dem Einbau guter Lichtquellen auf weitere Dinge für eine gute Mobilität achten:
Gut zu wissen: Wenden Sie sich für eine Beratung und für die Durchführung der Maßnahmen entweder an an ein Sanitätshaus oder an eine Beratungsstelle oder an Freunde und Bekannte, die für leichtere Umbaumaßnahmen ein Händchen haben.
Selbstbestimmt mit Parkinson leben: 5 wichtige Säulen Um Ihren Alltag mit all den Herausforderungen, die Parkinson mit sich bringt, möglichst komfortabel, sicher und selbstständig bewerkstelligen zu können, sollten Sie notwendige Dienstleistungen wie eine persönliche Assistenz, medizinische Betreuung, Wohnungsanpassungen und eine psychotherapeutische Unterstützung – je nach individueller Situation – in Anspruch nehmen: Persönliche Assistenz: Sie erleichtert den Alltag und bietet Hilfe bei alltäglichen Aufgaben, wie zum Beispiel An- oder Auskleiden und bei der Körperpflege, um die Selbstständigkeit zu erhalten. Medizinische Betreuung: Damit Sie regelmäßig Ihre Medikamente einnehmen, gibt es die Möglichkeit einer medizinischen Versorgung zu Hause. Anpassung des Wohnraums: Für die Sicherheit in den eigenen vier Wänden und zur Vermeidung von Stürzen müssen die Wohnräume Parkinson-gerecht umgestaltet werden. Psychologische Hilfe: Das Leben mit Parkinson kann sehr belastend sein. Um mit Sorgen, Ängsten oder Depressionen umzugehen, ist eine psychotherapeutische Begleitung empfehlenswert. Physiotherapie: In den eigenen Wänden sollten Sie regelmäßig Übungen für eine bessere Beweglichkeit praktizieren, um die motorischen Symptome zu reduzieren. In der Physiotherapie werden Ihnen spezielle Übungen auch für zu Hause mit an die Hand gegeben.
Um Ihren Alltag mit all den Herausforderungen, die Parkinson mit sich bringt, möglichst komfortabel, sicher und selbstständig bewerkstelligen zu können, sollten Sie notwendige Dienstleistungen wie eine persönliche Assistenz, medizinische Betreuung, Wohnungsanpassungen und eine psychotherapeutische Unterstützung – je nach individueller Situation – in Anspruch nehmen:
Die individuellen Bedürfnisse und die damit einhergehenden Anpassungen der Wohnräume werden sich im weiteren Krankheitsverlauf stetig wandeln. Neue Herausforderungen verlangen nach neuen Lösungen, um den Alltag bestmöglich zu bewältigen und die Lebensqualität zu verbessern. Eventuell macht es für Sie auch Sinn, nach der Diagnose Parkinson über einen Umzug in eine barrierefreie Wohnung nachzudenken? Gerade zu Beginn der Erkrankung sind nur wenige bis keine Einschränkungen zu erwarten und ein Wohnungswechsel kann gut gemeistert werden.
Die wichtigsten Maßnahmen für eine sichere (barrierefreie) Raumgestaltung wie das Entfernen von Stolperfallen, Teppichen und Kabeln und das Anbringen einer guten Beleuchtung kennen Sie aus den Abschnitten zuvor. Abhängig von der Ausprägung der Symptome und dem Stadium der Parkinson-Krankheit können sich die individuellen Bedürfnisse ändern. Im Folgenden stellen wir Ihnen eine übersichtliche Liste mit allgemeinen Tipps zur Umgestaltung der Wohnräume zusammen:
Empfehlung: Ein Alarm (Notrufknopf) an einem Armband, der direkt mit einer Notrufzentrale verbunden ist, gibt ein sicheres Gefühl und erhöht die Unabhängigkeit in den eigenen vier Wänden.
Empfehlungen für schwierige Off-Phasen In den sogenannten Off-Phasen, wenn die Wirkung der Parkinson-Medikamente nachlässt und die Bewegungsstörungen das allgemeine Agieren stärker einschränken, ist eine gute Organisation wichtig: Stellen Sie Sitzmöglichkeiten oder Ihr Bett möglichst in Fensternähe auf, damit Sie auch in beschwerlichen Phasen nach draußen blicken können. Ablageflächen und Nachttische sollten in Griffnähe des Bettes oder Sitzmöbel sein. Legen Sie dort alle wichtigen Dinge ab, die Sie in der Off-Phase möglicherweise gut gebrauchen können, z. B.: ein Telefon (mit Freisprechfunktion), Fernbedienungen, eine Leselampe, Bücher und Zeitungen, eine Brille, Radio, Medikamente, Getränke und Snacks, Taschentücher.
In den sogenannten Off-Phasen, wenn die Wirkung der Parkinson-Medikamente nachlässt und die Bewegungsstörungen das allgemeine Agieren stärker einschränken, ist eine gute Organisation wichtig:
Wie sollte Ihre Küche gestaltet und organisiert sein, damit Sie auch mit Parkinson darin gut zurechtkommen? Wichtig ist, dass alle Dinge, die Sie für die Zubereitung von Speisen oder für Getränke benötigen, gut erreichbar sind:
Im Badezimmer heißt es: Vorsicht, Rutschgefahr! Die meisten Unfälle passieren tatsächlich im Badezimmer. Schuld daran sind nasse und rutschige, geflieste Böden, die bei Gangstörungen ein besonderes Risiko darstellen. Gestalten Sie Ihr Badezimmer daher so um, dass das Sturzrisiko minimiert, die Körperpflege erleichtert und der Zugang barrierefrei wird:
Das Schlafzimmer wird in der Regel nicht nur zum Schlafen genutzt, sondern ist meistens auch gleichzeitig das Ankleidezimmer. Daher benötigt der Raum auch mehr Platz, um den Ein- und Ausstieg aus dem Bett zu ermöglichen und das An- und Auskleiden leichter zu machen. Achten Sie bei der Umgestaltung des Schlafzimmers auf folgende Dinge:
Wird eine Parkinson-bedingte Umgestaltung der Wohnräume nötig, können Sie finanzielle Unterstützung bei Ihrer Pflegeversicherung beantragen. Die Voraussetzung dafür ist ein anerkannter Pflegegrad, ab Pflegestufe 1. Zuschüsse, Fördergelder oder zinsgünstige Kredite werden neben der Pflegekasse auch von den einzelnen Bundesländern in Deutschland angeboten. Bezuschusst werden Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes wie Umbaumaßnahmen in der Wohnung, die ein selbstständiges Leben mit Parkinson ermöglichen und damit die Aufnahme in ein Pflegeheim hinauszögern.
Für die Maßnahmen muss mindestens eines der drei Kriterien erfüllt sein:
Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Pflegekasse, in welchem Umfang die Kosten bezuschusst werden.