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Schauen wir uns im Folgenden die Hautveränderungen und die Verbindung zu Morbus Parkinson einmal genauer an. Hier erfahren Sie alles über die Ursachen von Hautsymptomen, welche Formen es gibt, wie sie sich zeigen und welche Möglichkeiten der Behandlung Ihnen zur Verfügung stehen – Tipps für die tägliche Hautpflege inklusive.
Es kommen verschiedene Ursachen für die Hautveränderungen bei Parkinson infrage. Dazu gehören ein Dopaminmangel, der typisch für die Krankheit Morbus Parkinson ist, sowie Nebenwirkungen von Medikamenten, die für die Behandlung der Erkrankung eingesetzt werden.
Hautveränderungen treten nicht bei jedem Menschen mit Parkinson auf. Trotzdem ist es wichtig, über das Begleitsymptom Bescheid zu wissen und auf Hautveränderungen zu achten. Warum? Weil bei Morbus Parkinson unter anderem ein erhöhtes Risiko für den schwarzen Hautkrebs (Melanom) besteht. Zudem können manche Hautveränderungen auf psychischer Ebene sehr belastend sein. Die gute Nachricht: Viele Hautveränderungen, zum Beispiel fettige oder trockene Haut, lassen sich mit einer gezielten Hautpflege und individuell abgestimmten Hautpflegemitteln gut behandeln.
Der Dopaminmangel ist nicht nur bei motorischen Symptomen wie Zittern (Tremor), Muskelsteifigkeit (Rigor) oder Bewegungsverlangsamung (Bradykinese) verantwortlich, sondern bringt auch die Schweißbildung und Talgproduktion in der Haut durcheinander. So kann es hinsichtlich der Schweißbildung zu einer Überproduktion oder reduziertem Schwitzen kommen und die Talgdrüsen in der Haut können zu viel oder zu wenig Talg bilden – beide Szenarien wirken sich auf die Haut aus und können unter anderem fettige oder trockene Haut verursachen.
Medikamente oder auch chirurgische Behandlungen, zum Beispiel die Tiefe Hirnstimulation (THS), gehen mit Nebenwirkungen einher und hinterlassen manchmal Spuren auf der Haut. Parkinson-Behandlungen, die Hautveränderungen verursachen können, sind:
In erster Linie kennen wir Morbus Parkinson als eine neurodegenerative Erkrankung, die primär das zentrale Nervensystem betrifft. Es kommt jedoch auch zu einer Störung des autonomen (vegetativen) Nervensystems, das unsere Körperfunktionen steuert, die wir nicht willentlich beeinflussen können. Dazu gehört auch unsere Haut und ihre vielen natürlichen Funktionen.
Unsere Haut umhüllt alles, was in uns steckt. Sie schützt als äußere Hülle aber nicht nur unser Inneres vor Umwelteinflüssen wie vor der Sonne oder Schadstoffen, sie hindert auch Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Viren daran, in unseren Körper einzudringen. Als größtes Sinnesorgan ist sie daran beteiligt, unseren Wärmehaushalt zu regulieren sowie unsere Sinneswahrnehmungen wie Berührungen, Druck oder Schmerzen zu registrieren und zu verarbeiten.
Darüber hinaus wird unsere sensible Haut auch als “Spiegel der Seele” bezeichnet und trägt zur Herstellung des sonnenlichtabhängigen Vitamins D bei. Und nicht zuletzt nimmt die Haut verschiedene Inhaltsstoffe zur Pflege oder im Rahmen einer medizinischen Behandlung auf, wie zum Beispiel in Form von Wirkstoffpflastern in der Parkinson-Behandlung oder Schmerztherapie.
Damit unsere Haut diese vielen Aufgaben bewerkstelligen kann, ist sie mit vielen Nervenbahnen versorgt. Die Kommunikation, Steuerung und Verarbeitung von Informationen erfolgt unter anderem durch das vegetative Nervensystem. Ohne es zu bemerken, arbeitet das Nervensystem automatisch und zuverlässig im Hintergrund. Der Zusammenhang zwischen der Erkrankung Morbus Parkinson und der Entstehung von Hautveränderungen liegt darin, dass der durch Parkinson bedingte Dopaminmangel nicht nur die motorischen Fähigkeiten beeinträchtigt, sondern auch die Funktion des vegetativen Nervensystems.
Dadurch entstehen verschiedene vegetative Störungen im Rahmen von Parkinson, zum Beispiel Verdauungsprobleme oder Blasenbeschwerden bis hin zur Inkontinenz. Und eben auch die unterschiedlichen Hautveränderungen.
In unserer Haut befinden sich viele Talgdrüsen, die ein fetthaltiges, öliges Sekret (Talg) produzieren. Die ölige Substanz bildet eine Schutzbarriere und soll die oberste Hautschicht (Epidermis) geschmeidig halten, die Haut mit Feuchtigkeit versorgen und vor Austrocknung schützen. Aufgrund des Dopaminmangels bei Parkinson wird jedoch die Produktion der Talgdrüsen in Mitleidenschaft gezogen. Die Folge: Die Drüsen bilden zu viel Talg, der die Hautporen verstopft und damit verschiedene Hautprobleme hervorruft, zum Beispiel Pickel und Mitesser.
Ein Übermaß an Talg zeigt sich auch in Form von einem glänzenden oder fettigen Aussehen auf der Hautoberfläche – insbesondere im Gesicht, denn dort sowie auf der Kopfhaut oder an den Achseln befinden sich besonders viele Talgdrüsen. Dieses Hautproblem wird bei Parkinson auch als sogenanntes Salbengesicht bezeichnet.
Der Dopaminmangel kann außerdem zu Veränderungen der Schweißproduktion beitragen. Die Schweißdrüsen in der Haut können entweder überaktiv sein, was in der Folge zu übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrose) und zu nächtlichen Schweißausbrüchen führt. Oder die Schweißdrüsen sind deutlich weniger aktiv, was dann eine sehr trockene Haut und Hautausschläge hervorrufen kann. Im Folgendem nehmen wir die verschiedenen Hautveränderungen und Hautausschläge bei Parkinson sowie die Symptome genauer unter die Lupe.
Zu einem der häufigsten Hautsymptome beim Parkinson-Syndrom gehört eine sogenannte seborrhoische Dermatitis mit schuppenden, entzündeten und fettigen Hautpartien. Daneben berichten viele Parkinson-Patient:innen auch über eine fettige oder trockene Haut und über Hautausschläge (Ekzeme), die auf eine gestörte Hautbarriere hinweisen können.
All diese Hautveränderungen können mit einem unangenehmen Juckreiz einhergehen und stellen oft auch ein ästhetisches Problem dar, insbesondere, wenn sie im Gesicht sichtbar werden. Das wiederum kann das psychische Wohlbefinden von Betroffenen stark beeinträchtigen. Hautsymptome betreffen eben nicht nur die körperliche Ebene, sondern auch unsere Psyche.
Bei einer seborrhoischen Dermatitis (oder seborrhoischem Ekzem) handelt es sich um eine chronische, nicht ansteckende Entzündung der Haut. Sie ist also keine durch Krankheitserreger hervorgerufene Infektion. Die seborrhoische Dermatitis verursacht typischerweise rote, schuppige, fettige und manchmal juckende Stellen auf der Haut. Diese Hautausschläge treten am häufigsten auf der Kopfhaut und der Stirn auf, in der Nähe der Augenbrauen, in den Falten zwischen Nase und Mund, hinter den Ohren oder an anderen Stellen des Gesichts und des Körpers.
Forscher:innen sind sich nicht ganz sicher, warum eine seborrhoische Dermatitis im Rahmen des Parkinson-Syndroms auftritt. Sie vermuten, dass es zu einer entzündlichen Reaktion der Haut kommt. Dabei reagiert die Haut auf ein übermäßiges Wachstum einer Hefe, die natürlicherweise auf der Haut lebt.
Gut zu wissen: Nicht alle Parkinson-Patient:innen leiden unter einer seborrhoischen Dermatitis. Generell tritt sie häufiger bei Männern und Menschen mit fettiger Haut auf. Sie kann außerdem durch kalte, trockene Luft, Stress und ungeeignete Lotionen oder Reinigungsmittel mit Alkohol, die die Haut austrocknen und reizen, verschlimmert werden.
Viele Patient:innen mit Parkinson berichten auch von fettiger Haut, die im Rahmen der Erkrankung auftreten kann. Ein bekanntes Symptom bei Morbus Parkinson ist ein sehr fettiges, glänzendes Gesicht, das als Salbengesicht bezeichnet wird. Das Gesicht sieht so aus, als wäre es gerade frisch eingecremt worden.
Im Verlauf der Erkrankung verändert sich die Talgproduktion der Haut. Die Ursache für fettige Haut bei Parkinson liegt in einer Überproduktion von Talg. Die ölige Substanz ist für unsere Hautgesundheit wichtig.
Gut zu wissen: Bei fettiger Haut kommt es auf die richtige Hautpflege an. Wie diese aussieht, erfahren Sie weiter unten, im Abschnitt “Behandlung von Hautveränderungen”.
Eine weitere wichtige Hautveränderung bei Parkinson ist eine gereizte, trockene Haut (Xerodermie). Zu den typischen Symptomen gehören eine vermehrte Schuppenbildung, ein unangenehmes Spannungsgefühl nach dem Waschen oder Baden, raue, gerötete Hautstellen, feine Linien und Risse sowie eine aschfahle Hautfarbe.
Bei Morbus Parkinson kann eine gestörte Schweißproduktion die Ursache für trockene Haut sein. Eine Unterfunktion der Schweißdrüsen (Hypohidrose) ist in den meisten Fällen verantwortlich. Betroffen sind häufig die Schweißdrüsen an den Händen und Füßen. Zum Ausgleich kann die Schweißproduktion dann in anderen Körperbereichen gesteigert sein.
Gut zu wissen: Eine veränderte Schweißbildung kann durch Parkinson-Medikamente hervorgerufen werden. Sprechen Sie bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin das Problem mit sehr trockener Haut an. Eventuell können Änderungen der Medikation zu einer Verbesserung führen.
Um Hautveränderungen bei Parkinson behandeln zu können, ist es wichtig, den individuellen Hauttyp und die spezifischen Symptome zu berücksichtigen. Die Behandlung kann aus einer Kombination aus medikamentöser Therapie, individueller Hautpflege und Lebensstilanpassungen bestehen.
Die Hautprobleme bei einem seborrhoischen Ekzem können mit speziellen Shampoos, Hautcremes, die Kortison oder Wirkstoffe gegen Hautpilze enthalten, oder mit einer UV-B-Lichttherapie gelindert werden. Worauf Sie noch achten sollten? Die Symptome werden durch folgende Faktoren negativ beeinflusst: Schlafmangel, die Verwendung ungeeigneter Kosmetika, Giftstoffe wie Tabak und Alkohol. Wenn Sie an seborrhoischer Dermatitis leiden, achten Sie auf diese Pflege-Tipps:
Parkinson und Hautkrebs – Tipps zur Prophylaxe Bei Menschen mit Parkinson ist das Risiko für die Entwicklung von schwarzem Hautkrebs (Melanom) um mehr als das Zweifache erhöht. Und interessanterweise haben Menschen mit Melanomen auch ein höheres Risiko für Parkinson. Wissenschaftler:innen sind sich nicht ganz sicher, wie diese beiden Erkrankungen zusammenhängen. Um Ihre Haut besser zu schützen und die Gefahr zu begrenzen, können Sie aber einige Maßnahmen ergreifen: Nehmen Sie eine jährliche Hautuntersuchung zur Krebsvorsorge bei einem Hautarzt oder einer Hautärztin (Dermatolog:in) wahr. Sehen Sie sich Ihre Haut etwa einmal im Monat genau an. Suchen Sie nach neuen oder sich verändernden Muttermalen. Achten Sie bei Leberflecken auf Unterschiede in Farbe, Größe, Form oder Dicke und vergessen Sie nicht, sich Ihre Nägel, den Bereich zwischen Fingern und Zehen sowie Ihre Kopfhaut und Ihren Rücken anzusehen. Wenn Sie Veränderungen bemerken, suchen Sie eine Hautarztpraxis auf. Tragen Sie Sonnenschutzmittel auf. Die schützen Sie vor den schädlichen Strahlen der Sonne. Tragen Sie Sonnencreme das ganze Jahr über auf, auch an bewölkten Tagen oder für kurze Zeit im Freien. Empfehlenswert sind Sonnenschutzmittel mit einem breiten Wirkungsspektrum, der UVA- und UVB-Strahlen blockiert und einem Lichtschutzfaktor (LSF) 30 oder höher. Tragen Sie 15 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien den Sonnenschutz auf. Ziehen Sie lange, luftige Kleidung an, die einen zusätzlichen Sonnenschutz bieten. Sonnenbrillen schützen Ihre Augen, ein breitkrempiger Hut bedeckt Kopf und Ohren. Tragen Sie leichte und helle Kleidung, meiden Sie die Sonne, wenn sie in der Mittagszeit am intensivsten ist, und genießen Sie die Natur im Schatten.
Bei Menschen mit Parkinson ist das Risiko für die Entwicklung von schwarzem Hautkrebs (Melanom) um mehr als das Zweifache erhöht. Und interessanterweise haben Menschen mit Melanomen auch ein höheres Risiko für Parkinson. Wissenschaftler:innen sind sich nicht ganz sicher, wie diese beiden Erkrankungen zusammenhängen. Um Ihre Haut besser zu schützen und die Gefahr zu begrenzen, können Sie aber einige Maßnahmen ergreifen:
Bei einer zu fettigen oder trockenen Haut ist die Auswahl der richtigen Pflegeprodukte, die sanft zu Ihrer Haut sind und keine weiteren Irritationen hervorrufen, das A und O. In manchen Fällen muss eventuell die medikamentöse Behandlung angepasst werden, wenn Nebenwirkungen eines Medikaments die Hautveränderungen hervorrufen oder verstärken.
Bei einer zu fettigen Haut ist eine sorgsame Hautpflege wichtig. Wir empfehlen:
Auch bei sehr trockener, rauer und schuppiger Haut kommt es auf die richtige Hautpflege an:
Bleibt die trockene Haut trotz all dieser Maßnahmen bestehen oder entstehen Risse oder Blutungen, sollten Sie in jedem Fall eine Hautarztpraxis aufsuchen, um mit anderen Maßnahmen, die Haut wieder in den Griff zu bekommen.
Tipps bei Hautreizungen durch Speichelfluss Manche Parkinson-Patienten leiden insbesondere in späteren Lebensjahren unter vermehrtem Speichelfluss und Schluckstörungen. Ist der Speichelfluss stark ausgeprägt, kann dieser die Haut reizen und einen Ausschlag um Mund, Kinn oder Hals verursachen. Hilfreiche Tipps für die Behandlung können sein: Zuckerfreie Bonbons lutschen oder Kaugummis kauen, um das Schlucken (von Speichel) zu erleichtern. Weiche Taschentücher verwenden, um die Haut so oft wie möglich sanft trocken zu tupfen. Ein Halstuch um den Hals legen, um Feuchtigkeit aufzunehmen. Tägliche Gesichtsspülung mit warmem Wasser Anwendung einer Vaseline zum Schutz sauberer, trockener Haut und zur Förderung der Heilung Vermeidung von parfümierten Reinigungsmitteln, Lotionen, Waschmitteln und anderen Produkten, die die Haut berühren Zur Speichelreduzierung können verschreibungspflichtige Medikamente oder Injektionen helfen.
Manche Parkinson-Patienten leiden insbesondere in späteren Lebensjahren unter vermehrtem Speichelfluss und Schluckstörungen. Ist der Speichelfluss stark ausgeprägt, kann dieser die Haut reizen und einen Ausschlag um Mund, Kinn oder Hals verursachen. Hilfreiche Tipps für die Behandlung können sein: